Kultursensibel Feste Feiern. Iman Reimann zu Gast im Podcast Betrifft Kinder

Wie kann man in der Kita kultursensibel Feste feiern? Iman Reimann war zu Gast im Podcast Betrifft Kinder: „Viele zelebrieren die Weihnachtszeit, doch für einige Familien sind andere Feste und Rituale bedeutender. Wie können wir das im Kitaalltag berücksichtigen? Die muslimische Kitaleiterin Iman Andrea Reimann erzählt im Betrifft KINDER Podcast vom gemeinsamen Feiern, von religiösen Geschichten, die Kinder besonders faszinieren und was sie kürzlich über den Nikolaus herausgefunden hat.“

Ein Hörtipp von uns!

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Photo by Ilona Frey on Unsplash

„Weniger Rassismuserfahrungen für Kinder“

„So koscher muslimisch nicht“. Religiöse Vielfalt in der Kita – Ein Beitrag von Dr. Ebtisam Ramadan

Religiöse Differenz in der frühen Kindheit ist ein sehr komplexes und umfassendes Thema. In meiner Forschungsarbeit im Elementarbereich habe ich religiöse Zugehörigkeit als soziale Unterscheidungskomponente betrachtet. Denn diese ist in der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung bisher unterrepräsentiert.

Die Institutionalisierung der frühen Kindheit wurde in Deutschland in den letzten 25 bis 30 Jahren stark vorangetrieben. Seit 1996 gibt es den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, seit 2013 auf einen Krippenplatz. Die primäre Sozialisationsinstanz ist inzwischen der Kindergarten, die Schule ist damit abgelöst worden.

Der Anspruch an die Frühpädagogik ist dabei, Ungleichheiten im Lebenslauf als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn möglichst zu minimieren. Damit haben sich auch die Ansprüche an den Erzieher:innenberuf erhöht, so dass sich die Ausbildung immer mehr in den Hochschulbereich verlagert. Gleichzeitig herrscht ein Mangel an Erzieher:innen und Kitaplätzen.

Das Thema Religionspädagogik im Elementarbereich ist in Deutschland durch die verschiedenen Trägerschaften geprägt. Die kommunalen Einrichtungen berufen sich auf die Neutralitätsgebot des Staates bei der Frage nach religiöser Früherziehung in Kindertagesstätten. In der freien Trägerlandschaft gibt es viele kirchliche Betreiber, und die religiöse Bildung liegt weitgehend bei diesen Trägern. Auch wenn in Ballungsgebieten weitere religiöse Träger bzw. interkulturelle Kitas hinzugekommen sind, gibt es einen großen Bedarf an religiöser Früherziehung jenseits der christlicher Träger.

Aus rassismuskritischer und diversitätsorientierter Perspektive sind die Zustände in diesem pädagogischen Handlungsfeld wissenschaftsanalytisch aufzuarbeiten. Allerdings behandelt die erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung das Themenfeld Religion kaum, sodass die religiöse Differenz in Kitas als Forschungsgegenstand bisher eine geringe wissenschaftliche Relevanz erfahren hat. Aus der rassismuskritischen Migrationsforschung ist bekannt, dass bestehende Rassismen in Deutschland auch schon in vorschulischen Lebenswelten zum Tragen kommen.

Gerade im säkularen Umfeld von Berlin ist das Drei-Religionen-Kita-Haus ein mutiges Projekt. Es verkörpert für mich den interreligiösen Charakter der Stadt. Ich bin gespannt, wie dieses Pionierprojekt aufgenommen wird. Und ich hoffe, es kann dazu beitragen, Bedarfe gerechter abzudecken und weniger Rassismuserfahrungen für unsere Kinder zu ermöglichen.


Dr. Ebtisam Ramadan ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am DeZIM-Institut und für die wissenschaftliche Begleitung von Modellprojekten im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zuständig. Sie promovierte an der Universität Bielefeld zum Thema religiöse Differenz im Elementarbereich. Bis April 2021 war sie als freie Mitarbeiterin bei der Fachstelle Kinderwelten vom Institut für den Situationsansatz tätig. Dort wirkte sie bei der Erstellung von Empfehlungslisten für vorurteilsbewusste und diversitätsorientierte Kinderliteratur mit.


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Foto: Anna Golz

In Berlin fehlen 17.000 Kitaplätze

Die Bertelsmann-Stiftung hat am 20. Oktober eine aktuelle Studie zur Kinderbetreuung in Kitas veröffenlicht. Der Studie zufolge fehlen in Deutschland für 2023 384.000 Kitaplätze. In Berlin werden es 17.000 Plätze zu wenig sein.

Die Zahlen sind gravieren, denn seit 1996 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab drei Jahren, seit 2013 auch für Kinder ab ersten Geburtstag.

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Gesprächsabend: Haben Kinder ein Recht auf Religion?

Haben Kinder ein Recht auf Religion? Wer darf eigentlich über die religiöse Prägung von Kindern bestimmen? Inwiefern können Kinder vom Erlernen einer religiösen Praxis profitieren? Und wie gelingt eine religiöse Erziehung?

Darüber diskutieren am 30. November Dr. Anke Edelbrock (PH Schwäbisch Gmünd) und Prof. Wulf Kellerwessel (RWTH Aachen) mit Dr. Silke Radosh-Hinder (Drei-Religionen-Kita-Haus).

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Online-Fachtag „Weihnachten für alle?! – Interreligiöse Vielfalt in der Kita“ der Diakonie Hamburg

Unser Team nimmt an einem Online-Fachtag der Diakonie Hamburg am 16. November teil.

Die Anerkennung von Vielfalt ist aktuell ein wichtiges Thema in Kitas, um die pädagogische Praxis vorurteilsbewusst und diskriminierungssensibel zu gestalten. Eine Facette dieser Vielfalt ist der interreligiöse Dialog. Konfessionelle wie auch nicht-konfessionelle Kindertagesstätten stehen vor den Fragen: warum ist es wichtig, alle Religionen im Blick zu haben? Wie gehen wir mit religiöser Vielfalt in der Einrichtung um? Wie kann ich alle mitnehmen (Eltern, Mitarbeiter*innen, Träger, Kirchenvorstände)? Welche Feste feiern wir? Was muss ich beachten als pädagogische Fachkraft? Wie ist meine Haltung, die Haltung des Teams, die Haltung des Trägers? Welche Anforderungen stellt religiöse Vielfalt an (evangelische) Einrichtung?

Hier geht es zu Informationen zum Programm und zur Anmeldung

Wir freuen uns auf den Austausch mit den Teilnehmer:innen!

Projektvorstellung für Anwohner:innen am 2. November

Die nächste umfassende Projektvorstellung für Anwohner:innen mit Beteiligten aus dem Team des Drei-Religionen-Kita-Hauses, der Gemeinde St. Markus und dem beauftragten Architekturbüro findet am 2. November 2022, um 18.30 Uhr statt.

Da uns einige Rückmeldungen von Menschen, die an der Projektvorstellung Interesse haben, aber nur digital teilnehmen können, erreicht haben, werden wir den Termin online in Zoom stattfinden lassen.

Den Link erhalten Sie nach Anmeldung unter
kontakt@dreireligionenkitahaus.de

Konstruierte Gleichheiten. Von interreligiöser Kommunikation zu politischer Freundschaft

Silke Radosh-Hinders Dissertation „Konstruierte Gleichheiten. Von interreligiöser Kommunikation zu politischer Freundschaft“ über das Projekt Drei-Religionen-Kita-Haus ist als Buch im transcript Verlag erschienen. Wir freuen uns und legen Ihnen und Euch die Lektüre an Herz.

Unter diesen Link kann man das Buch bestellen, herunterladen oder online lesen.

Zur Einstimmung hier der Klappentext des Verlags:

„Interreligiöse Initiativen sind in der Lage, über eigenständige und spezielle Aushandlungsprozesse enge Beziehungsgewebe zu entwickeln. Mit Lachen, Geselligkeit, Alltagskommunikation, dem Verhandeln religiöser Inhalte u.a. stellen sie kommunikative Verbindungen her. Silke Radosh-Hinder untersucht diese Prozesse mit Rückgriff auf Hannah Arendt, Jürgen Habermas und Hubert Knoblauch. Sie argumentiert dafür, dass sich die etablierten Bindungen unter dem Begriff der politischen Freundschaft als neues Paradigma interreligiöser Interaktionen fassen lassen, und diskutiert dies im Kontext von Public Theology.“ (c) transcript Verlag

Workshop „Interreligiöse Bildung im Elementarbereich. Aufgaben und Heraus­forderungen für Pädagog:innen“ am 20. Oktober 2022

Am 20. Oktober 2022 bieten wir gemeinsam mit dem minor kontor einen Workshop zum Thema „Interreligiöse Bildung im Elementarbereich. Aufgaben und Herausforderungen für Pädagog:innen“ an. Im Zentrum des Workshops soll das gemeinsame Lernen und der Erfahrungsaustausch stehen.

Weiterlesen „Workshop „Interreligiöse Bildung im Elementarbereich. Aufgaben und Heraus­forderungen für Pädagog:innen“ am 20. Oktober 2022″

Informationen für Anwohner:innen zu den geplanten Baumaßnahmen

Hier haben wir die wichtigsten Informationen für Anwohner:innen zu den geplanten Baumaßnahmen auf einen Blick zusammengestellt:

Auch uns ist der gute Informationsaustausch mit allen Anwohner:innen ein wichtiges Anliegen. Unser Ziel ist es, dass das Drei-Religionen-Kita-Haus eine Bereicherung wird – nicht nur für Familien mit Kindern im Kitaalter, sondern für alle Menschen im Comenius-Kiez und darüber hinaus.

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